Die Stadt Lysora hat Jahrhunderte unter dem Schein einer einzigen, gewaltigen Kerze überlebt –
einer heiligen Flamme, von der es heißt, sie halte die Dunkelheit jenseits der Mauern fern. Als
diese Kerze zum ersten Mal in lebendiger Erinnerung flackert, wird das Licht dünner, die Nächte
länger, und seltsame Wesen drücken gegen den Rand ihrer Kuppel.
Elion, ein sechzehnjähriger Lehrling in den Kerzenhallen, wollte nie mehr als den stillen Rhythmus
aus Wachs, Flamme und Gebet. Doch als das erlöschende Feuer ihn als nächsten Fackelträger wählt,
wird er aus der Sicherheit des Beckens gerissen und quer durch Aureth zur legendären Halle der
Götterfunken geschickt.
Unter der Führung seiner geheimnisvollen Mentorin Maevra und geschützt von Corren, einem
desillusionierten Soldaten, entdeckt Elion Ruinen, die der letzte Fackelträger hinterlassen hat –
einer, der niemals zurückkehrte – und Tira, eine Ausreißerin, deren seltsame Verbindung zum Feuer
sie selbst zur Fackelträgerin machen könnte. Schattenkulte erheben sich, alte Pakte zerfallen,
und eine vergrabene Wahrheit taucht auf: Die Kerze schützt die Welt nicht nur. Sie hält etwas
unter Lysora gefangen, das gerade erwacht.
Unter einer ewigen Flamme, die zu schwinden beginnt, wird die Seele eines Jungen zur schmalen
Brücke zwischen einer schlafenden Schlange und der Stadt, die ihren Glauben auf geliehenes
Licht gebaut hat.